Begriffe

Definition „Holdinggesellschaft“

Die Holdinggesellschaft (HG) ist eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft, deren statutarischer Zweck und die effektive Tätigkeit ausschliesslich oder überwiegend in der Beteiligung an anderen Kapitalgesellschaften besteht; der HG ist allerdings eine allgemeine aktive Geschäftstätigkeit verwehrt.

Steuerliche Begriffsherkunft

Der Begriff der HG ist ein steuerlich geprägter Begriff; die HG ist nicht ein zusätzlicher Gesellschaftstyp, sondern der Steuerstatus1 für eine aus dem Handelsrecht zur Verfügung stehende Gesellschaftsform wie Aktiengesellschaft (AG), Kommanditaktiengesellschaft (KmAG), Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder Genossenschaft (Gen).

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» Informationen zur Kommanditaktiengesellschaft

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Keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz

Der Holdinggesellschaft ist es nicht gestattet, extern am Wirtschaftsverkehr teilzunehmen, d.h. einer gewerblichen, industriellen und damit kommerziellen Tätigkeit als Produzent oder Anbieter von Waren, Immaterialgüterrechten (IPR’s) oder Dienstleistungen nachzugehen.

Holding-Nebentätigkeiten

Tätigkeiten, die sich auf die Holdinggesellschaft selbst beziehen sind dagegen zulässig:

  • Vermögensanlage
  • Geschäftsführung
  • Eigenes Rechnungswesen
  • Konzernleitungstätigkeiten (Strategieentwicklung, Konsolidierungsaufwand etc.)
  • Konzernservices (Führungs- und Reportingsystem, IT, legal- and tax-services)

Die Holdinggesellschaft darf solche Tätigkeiten nach sog. „Cost-Plus-Methode“ mit einem Zuschlag von 5 % an die Tochtergesellschaft weiterverrechnen.

Holding mit „aktiver“ Lizenzverwertung

Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung2 verletzt eine „aktive“ Lizenzverwertung3 das Verbot der Geschäftstätigkeit und führt zu einer Aberkennung des Holdingprivilegs4.

Holding mit Ausland-Betriebsstätte

Eine Geschäftstätigkeit im Ausland ist möglich, wenn diese tatsächlich in einer Betriebsstätte im Ausland stattfindet.

» Informationen zur Betriebsstätte

Halten und Verwalten von Grundstücken

Der Holdinggesellschaft ist es erlaubt , Grundeigentum zu halten. Die Folgen sind bezüglich:

  • Holdingprivileg: Wertanteil belastet beteiligungsfremden Anteil.
  • Immobilienerträge: Besteuerung zum ordentlichen kantonalen Tarif.
  • Hypothekarzinsen: Zulassung allf. Schuldzinsen zum anteiligen Abzug.
  • Buchführung: Spartenrechnung zur Ermittlung des steuerbaren Gewinnanteils aus dem Immobilienbesitz.

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1 ein Steuerprivileg, eine Art fiskalische „Rechtswohltat“

2 BGE vom 6.4.2005 in StE 2005 AR, A 21.12, Nr. 14.

3 Unproblematisch ist das „passive Halten von Immaterialgütern“; enthält dagegen der Lizenzvertrag die Verpflichtung zu Zusatzleistungen wie Marketing-, Ausbildungs- und Produkte-Management-Leistungen, sprengen dies den Rahmen eines gewöhnlichen Lizenzvertrages; die zusätzlichen Dienstleistungen stellen eine Geschäftstätigkeit dar, die das Holdingprivileg ausschliessen.

4 Bei Holdinggesellschaften mit Lizenzerträgen empfiehlt sich inskünftig ein (detailliertes) Taxruling.

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